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Kalterersee-Charta

Die „Kalterersee-Charta“ – das Gütesiegel für einen der beliebtesten Rotweine.. >

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Videos aus Kaltern und Umgebung. Einige Eindrücke des Süden Südtriols

F wie:

Felerbandl, das
(Johann G. Mairhofer)
Felerbandl, Feler oder Felber ist der altdeutsche Name für Weidenbaum. Das Wort wird als Sumpfbaum oder Gerten hervorbringender Baum gedeutet. Die Zweige davon werden als Felerband zum Rebenbinden, zum Festbinden des Bauholzes der Pergl, aber auch zum Korbflechten verwendet. Im Winter erfolgt das Bandfirmen (vom Lat. firmare = festmachen oder formare = formen), d.h. die Felerbandl werden zurechtgeschnitten.

Felerbandl, das
(Kurt Lanthaler)
Weidenrute (Salix alba ssp. vitellina, sagt man), die zum Rebbinden verwendet wird. Winters wurden die rotfarbigen, elastischen Ruten an den Weidenstöcken geerntet (die darüber zu beeindruckend knorrigen Wesen mutierten), beim Bandfirmen dann sortiert und zurechtgeschnitten, schließlich vor Gebrauch in einem der kupfervitriolig blauen Brunnen zur Optimierung der Handbarkeit vorgewässert. Als handliches Bündel von Rechtshändern an der linken Hüfte getragen, wurde der ➛ Lafer (Rebast) dann durch das Felerbandl mithilfe einer speziellen, kunstvollen Verdrehung desselben an den Pergldraht fixiert. Gebunden wurde (wegen der Verletzungsgefahr letzterer) vor dem Austrieb der Knospen.

Fürtig, das
(Johann G. Mairhofer)
Fürtig ist ein Mundartausdruck für Vortuch, Schürze. Das Fürtig ist seit Jahrhunderten die Arbeitskleidung für bäuerliche und handwerkliche Arbeiten schlechthin. Wegen der Zunahmevon Maschinen in diesen Erwerbszweigen und der damit verbundenen Gefahr, damit in ein Mahlwerk oder dergleichen zu geraten und verletzt oder sogar getötet zu werden, schlüpft man heute lieber in einen „Toni“, einen Overall, den vielfach die Landmaschinenhersteller zur Verfügung stellen.

Fürtig, das
(Kurt Lanthaler)
Einer touristischen Broschüre entnehmen wir: Die blaue Schürze ist zum Abzeichen der männlichen Südtiroler Arbeitswelt geworden, und die gefällige Farbe erhellt den vielleicht grauen Alltag.
Da halten wir uns doch lieber an das geliebte Grimm’sche Wörterbuch und lesen (Band 4, Spalten 920 ff): FÜRTUCH,
n. ein vorgebundenes tuch, das über den unterleib und die schenkel, sei es zum theil oder ganz, auch tiefer niedergeht, eine schürze. ein erst in der zweiten hälfte des 15. jahrhunderts begegnendes wort, das bald sehr geläufig wurde und
1) seiner bildung nach von einem solchen tuche allgemein steht. dies zeigt sich, wenn fürtuch das dem nackten körper zur bedeckung und verhüllung blosz der scham oder zugleich jener genannten theile vorgebundene tuch bezeichnet. (...)
2) im besondern und vornehmlich aber heiszt jenes oben bezeichnete tuch fürtuch als ein über die andern kleider bei dem weiblichen geschlechte vorgebundenes kleidungsstück, sei es zum schutze jener oder zur reinhaltung oder zum abtrocknen oder auch wie vielfach, zum putze, eine weiberschürze. (oberschwäb. fürtuach. oberpfälz. und bair. fürtuech, fürta. tirol. fürtich, firtig. lusernisch fürta. cimbrisch fürto. kärnt. fürtach. östr. fürta.)

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