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Kalterersee-Charta

Die „Kalterersee-Charta“ – das Gütesiegel für einen der beliebtesten Rotweine.. >

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Videos aus Kaltern und Umgebung. Einige Eindrücke des Süden Südtriols

H wie:

Herrgottskinder, die
(Johann G. Mairhofer)
Herrgottskinder ist ein Übername der Kalterer, die nach einer Legende den Gottessohn zu ihren Bürgern zählen dürfen. Wie es dazu gekommen ist, erzählt das Gedicht „Die Herrgottskinder von Kaltern“ von Guido Görres (1805 – 1852): An einem Freitag in der Früh’, das Jahr fällt mir nicht ein, da ging ein fremder Wandersmann in Kaltem einst zum Wein. Da fing ein kleines Glöcklein an, war gar ein winzig Ding, das klimperte bescheidentlich ganz leise tling! tling! tling! » Dies Glöcklein ist die Freitagsglock’«, so sprach der Wirt mit Stolz, » die läutet, weil den Tod empfing der Herr am Kreuzesholz.« » Die Glocke dünkt mich«, sprach der Gast, »Herr Wirt, doch gar zu klein. Mir scheint, zu Kaltem müssten wohl noch größ’re Glocken sein.« » Ah, größ’re haben freilich wir«, erwidert jener froh, »doch Ihr begreift: man läutet sie nicht mir nichts, dir nichts so; das muss schon ein Kalt’rer Bürger sein, bei dessen Tod sie spricht,und ist’s ein Kalt’rer Bürger nicht, so läutet man die Große nicht.« »Nehmt hin«, sprach drauf der Wandersmann, »die Taxe zahl’ ich gern und kauf’ dafür das Bürgerrecht zu Kaltem Gott dem Herrn.« Seit also Gott das Bürgerrecht zu Kalteren erwarb, erklingt die große Glocke auch am Tage, da er starb. Und »Herrgottskinder« hat der Scherz die Kalterer getauft, seit Christus man ins Bürgerrecht zu Kaltem eingekauft!

Herrgottskinder, die
(Erika Wimmer)
Wie man die Kalterer hänselt. Sie sind legendär und eng mit dem Wein verbunden. Sie sind bekannt. Und auch galant. Sie sind schon weit um die Welt gekommen. Eben eine Marke. Und sie haben viel Sonne, das muss man ihnen lassen. Ein sehr schönes Dorf mit stattlichen alten Häusern. Sogar Dichter sind im Dorf. Gute Freunde nebenan. Man liebt ihren See. Man ärgert sich über die Menschenmassen an jenen Ufern. Die Kalterer. Sie haben was. Sie sind auch wer. Sie werden für was gehalten. Sie sind ein Menschenschlag und Herrschgottskinder sowieso.

hinten durch
(Erika Wimmer)
Wie der Weinbauer die Rebe bändigt. Am Ende der Pergel wird ein hohes Spalier errichtet, womit die Rebe begrenzt wird. Dem wilden (Aus-)Treiben der Pflanze wird so entgegengesteuert. Will die Rebe aber viele ➛ Weimer machen, will sie blau-weiß üppig, schwer, tragend, trächtig, prächtig, baumelnd, ausbuchtend und ausschweifend werden, kurzum will sie eine Menge Trauben produzieren, so hat der Bauer gar nichts dagegen. Damit der Wein gedeiht, muss er hinten durch gebändigt sein.

Holbmittog, das
(Johann G. Mairhofer)
Holbmittog bezeichnet eine Vesper bzw. Zwischenmahlzeit zwischen 9 und 10 Uhr vormittags. Grundsätzlich werden in Südtirol fünf Mahlzeiten am Tag eingenommen. Bei der bäuerlichen Bevölkerung nehmen Holbmittog und Brotzeit einenhohen Stellenwert ein. Das Holbmittog besteht in der Regel aus Speck, Wurst, Kaminwurzen (getrocknete Würste), Käse, Butter und Schüttelbrot oder Kartoffeln.

Holbmittog, das
(Erika Wimmer)
Was auf halbem Weg zwischen Frühstück und Mittagessen stattfindet: Es erfreut den Gaumen und spendet Kraft für jene Taten, die noch vor dem Mittag erledigt gehören. Außerdem stellt es eine kurze Zeit der Ruhe zwischen Arbeit und Arbeit dar. Nicht zuletzt gibt es auch Gelegenheit zu menschlichem Kontakt. Man berät sich, schlichtet bei den Kindern Streit, wird seine Sorgen los oder fachsimpelt. Die Frau darf man vor und nach dem Holbmittog küssen.

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