Offizielle Seite der Weinwirtschaft Kaltern am See | Südtirol | Italien
Kalterersee-Charta

Die „Kalterersee-Charta“ – das Gütesiegel für einen der beliebtesten Rotweine.. >

Kaltern am SeeBolzano Vigneti e DolomitiSüdtirol Alto Adige

Videos aus Kaltern und Umgebung. Einige Eindrücke des Süden Südtriols

P wie:

Kalterer "Plentnkessl"
Kalterer "Plentnkessl"

Plent, der
(Johann G. Mairhofer)
Plent ist in weiten Teilen Südtirols der Dialektausdruck als Bezeichnung für Maismehl bzw. Maisbrei, wohl abgeleitet vom italienischen Polenta (= grobes Mehl, Gerstengrütze). Eigentlich bezeichnet das Wort Plent gleich zwei Getreidesorten: den Mais und den Buchweizen. Der Buchweizen, ein nach dem Roggen angebautes Getreide, wird seit dem 15. Jh. in Tirol in beträchtlichen Mengen gezogen und als Schwarzplent oder auch nur als Plent bezeichnet. Grundsätzlich wird zwischen weißem und gelbem Plent jeweils aus Maismehl einerseits und dem älteren Schwarzplent aus Buchweizen andererseits unterschieden. Plent kam auch mehrmals am Tag auf den Tisch: Morgens Mus, zu Mittag Plent mit ograhmper (abgerahmter) Milch für Kinder und mit Salat und Käse für Erwachsene, und am Abend gab es oftmals übrig gebliebene Plent mit Erdäpfel als Roascht, vielfach mit selbst gebranntem Gerstkaffee.

Plent, der
(Erika Wimmer)
Was Schüssel und Bauch wärmt. Goldgelb, leicht grießig und im besten Fall kurz nach dem Stocken mit Beilage genossen, das ist der Plent. Betrachtet man ihn, wie er die Schüssel füllt, so geht die Sonne auf dem Tisch auf. Spürt man nach, wie er dem Bauch bekommt, so ist das Gefühl sattwarm und ebenfalls sonnig. Als Beilage nehme man peperonata oder ein Gulasch. Aber auch ein Stück Käse genügt, denn, wurde er im richtigen Kessel lange gerührt und ist auf diese Weise köstlich gelungen, so ist der Plent nicht die Beilage, sondern die Hauptsache. Arme Leute beträufeln ihn nur mit Sauce und haben gleich viel.

Plentkessel, der
(Johann G. Mairhofer)
Wegen meist großer Distanzen zwischen Hof und Weingut, Feld oder Wald in Kaltern und auch in Tramin konnte man zu Mittag nicht immer auf den Heimathof kommen. Daher wurdeder Plentkessel auf die Güater, also die Weingüter mitgenommen und darin ➛ Plent gekocht. Und so werden Kalterer und Traminer von den Nachbargemeinden gerne als Plentfresser tituliert. Die hartnäckige Meinung, dass es sich um den im Kalterer Gemeindewappen abgebildeten Kessel um einen Plentkessel handeln soll, hat Heinrich Dichristin widerlegt. Zum einen scheint dieser besagte Kessel schon lange vor Auftreten des Maises in Südtirol im Gemeindewappen auf, zum anderen würde dieser sich wegen seiner starken Bauchung und dem verengten Hals überhaupt nicht zum Plentnkochen eignen, denn der Umfang der richtigen Plentkessel wird von unten nach oben immer weiter.

Plentkessel, der
(Erika Wimmer)
Was zum begehrten Objekt auf Flohmärkten wird. Der echte Plentkessel hat mit dem Ende des Feuerherds ausgedient und wird neuerdings verscherbelt. Auch wenn er keinen ➛ Plent mehr kocht, ist er rabenschwarz, von einer krustigen Fettschicht überzogen und meist zerbeult. Der lange Stiel mit Loch bringt den Menschen auf den Gedanken, ihn auch dort aufzuhängen, wo es weder Feuer noch Maisgrieß gibt. So wird der Plentkessel doppelt schuldig: einmal, weil er überflüssig ist, ein andermal, weil er zum Kitsch gerät.

A B C F G H L M N O P R S T V W

zurück zur Übersicht
nach oben