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Kalterersee-Charta

Die „Kalterersee-Charta“ – das Gütesiegel für einen der beliebtesten Rotweine.. >

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Videos aus Kaltern und Umgebung. Einige Eindrücke des Süden Südtriols

S wie:

Schab, die
(Kurt Lanthaler)
Schab und ➛ schabigen. Es ist wie bei Wein und weinen einer der selteneren sprachlichen Fälle, wo Substantiv und Verb in ihrer Bedeutung stark divergieren. Die Schab ist das am Boden liegende Ergebnis des winterlichen Rebschnittes und findet sich, je nach Bauer, gebündelt oder ungebündelt vor. Gebündelte Schab wird zum Heizen verwendet, ungebündelte gemulcht, bei Gelegenheit also an Ort und Stelle gehäckselt undin den Boden eingearbeitet. Dies wird von einem Traktor aus bewerkstelligt, der über eine Stereoanlage verfügt.

Schabigen, das
(Johann G. Mairhofer)
Das Schabigen, von Schab, Schaub, war im Mittelalter als Ausdruck für Büschel, Buschen gebräuchlich. Die Tätigkeit des Schabigen meint das Ausbrechen der überflüssigen Triebe und ist der erste Durchgang der Laubarbeiten im Frühjahr. In diesem ersten Durchgang, dem Schabigen, werden so genannte Geiztriebe, die den Reben nur den Saft entziehen, entfernt. Nach 2 bis 3 Wochen erfolgt der zweite Durchgang, das Ausputzen, bei dem die Blätter um die Trauben für mehr Licht und Sonne entfernt werden. Im Zuge dessen werden auch die Weimer oarglassn (= heruntergelassen), d. h. zum Hängen gebracht.

Schabigen, das
(Kurt Lanthaler)
Schabigen ist die Erlösung des Rebstocks von unfruchtbaren Rebtrieben (auch ausbrechen), Geiztrieben und überschüssigem Laubwerk. Dadurch erhalten die verbleibenden, gewollten Triebe mehr Kraft und die Trauben mehr Licht. Wer von uns wünschte nicht dasselbe. (Ersatzweise wird uns ein umfangreicher Wellness-Bereich angeboten. Sei’s drum. Äußern Sie da mal, Sie würden sich gern schabigen lassen. Versuchen Sie’s.) Apropos Modernisierung: Der im Versuch über mehrere Jahre geprüfte Einsatz der pneumatischen Entblätterung um die Trauben frühzeitig freizustellen und um das Verrieseln zu fördern und so weniger kompakte Trauben zu erzielen, hat in die Praxis Eingang gefunden. Mehrere Weinbaubetriebe Südtirols haben das Gerät trotz der hohen Anschaffungskosten angekauft. Um das Gerät auszulasten wird teilweise auch Lohnarbeit für andere übernommen. Die ersten Erfahrungen mit der pneumatischen Entblätterung wurden von den Betrieben durchaus positiv bewertet. (Land- und forstwirtschaftliches Versuchszentrum Laimburg im Agrar- und Forstbericht 2003)

Sorten, die
(Kurt Lanthaler)
➛ Vernatsch und ➛ Lagrein sind autochthone Sorten: Der gewöhnliche Tiroler (es können ja nicht alle Weinbauern sein) nennt sie: hiesige. Der Rest ist Sortenvielfalt und spiegelt sich in einer, angesichts der begrenzten Rebbaufläche im Lande, langen Liste. Darunter die üblichen Verdächtigen des internationalen Weinbusiness’, aber auch Namen wie Blatterle oder Fraueler. Wenn Ihnen aber spätabends jemand am Tresen, der hier Pudel heißt, rübergebeugt anvertraut: Gestern hab ich a Sortn ghabt, meint das: ein Glück. Von italienisch: sorte = das Glück. Malasorte, malafemmina. In Meyers Konversationslexikon (4. Aufl., 1888 – 1890) finden wir: Tiroler Weine, im allgemeinen eher leichte als geistige, wenig saure Weine, denen es an Parfüm, häufig an Körper, meist an Haltbarkeit fehlt. Man gewinnt Rot- und Weißweine, erstere besonders im Etschthal, letztere in der Umgegend von Trient und Roveredo, wo auch vorzügliche Likörweine bereitet werden. Man unterscheidet Leiten- oder Collinenweine von den Anhöhen und den Buchten der Berge, reich an Alkohol und Körper, von angenehmem Geschmack und stärkendem Weingeruch, und Bodenweine aus der Tiefebene, ohne Boukett, dick und nicht haltbar. Die vorzüglichsten Weine Tirols sind: der Isera, weiß und rot, voll Geist und Feuer, der braune Vin santo oder Pasqualino, der köstliche weiße Terlaner, voll Feuer und Süße, der dunkelrote Natalino, ein Strohwein von Roveredo, der dunkelbraune, lieblich süße Muscato bianco, der dunkel rubinrote Traminer und der Marziminer von Ala und Tramin, letzterer feingeistig und körperreich, dem Veltliner ähnlich, der Seeburger von Brixen, die Weine von Glanig und Leitach, wo der von Vergil besungene Lieblingswein des Kaisers Augustus wuchs, der Kalterer Seewein, Maddalena etc.

Spigeln, das
(Erika Wimmer)
Was die Spaziergänger im Herbst gerne tun. Ob in Kaltern oder in Signat, ob auf dem Hügel oder im Tal, ob auf der Sonnseite oder hinter dem Bichel, eines ist im Herbst immer traurig und zugleich schön: das Spigeln. Melancholisch gestimmt und in warmes Licht getaucht wandelt man durch den abgeernteten Weinberg und hält Ausschau nach den vergessenen Früchten. Da leuchtet es noch blau! Dort zittert es gelbweiß im Wind! Da blitzt etwas zwischen den Blättern hervor. Dort ist eine ganze Kolonie bester Trauben zurückgelassen worden. Wie schön, und ach.

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