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Kalterersee-Charta

Die „Kalterersee-Charta“ – das Gütesiegel für einen der beliebtesten Rotweine.. >

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Videos aus Kaltern und Umgebung. Einige Eindrücke des Süden Südtriols

T wie:

Kalterer "Plent"
Kalterer "Plent"

Tirgg, der
(Johann G. Mairhofer)
Das Wort Tirgg für Mais kommt von Türken bzw. türkischem Weizen. Die aus dem Namen vermeintlich abzuleitende Herkunft dieser Kulturpflanze aus der Türkei geht auf das 15. und 16. Jh. zurück, als die Bezeichnung „türkisch“ für Fremdes, von weit her Gekommenes gebräuchlich war. Von Südamerika ausgehend gelangte der Mais über Spanien nach Italien und von dort im 16. Jh. über die Etsch entlang nach Tirol.
In den Etschauen wurde der Mais ursprünglich wegen seiner den Boden austrocknenden Eigenschaften angepflanzt, zunehmend jedoch in gemahlener Form (Polenta, ➛ Plent) als Nahrungsmittel und Viehfutter verwendet. Das nach der Ernte in gegenseitiger Nachbarschaftshilfe durchgeführte, die Geselligkeit fördernde Tirggtschillen (Deckblätter vom Maiskolben lösen) wurde alljährlich vor allem von der Landjugend wegen Fehlens anderer Unterhaltungsmöglichkeiten herbeigesehnt.

Tirgg, der
(Erika Wimmer)
Was einem mitunter Rätsel aufgibt. Zunächst wirft man das Äußere weg und isst das Innere. Dann isst man das Äußere und wirft das Innere weg. Wenn man jetzt weiß, dass man einenMaiskolben gegessen hat (auf dem Grill zubereitet oder in
Wasser gekocht und mit Butter und Salz beschmiert), so ist zwar ein Rätsel gelöst, das Geheimnis aber noch nicht gelüftet. Der Tirgg hat metaphorische und vielleicht auch kultische Eigenschaften. Nach der Ernte hängt er am Stadel und steht für den Reichtum eines Bauern. Zu einem Kreuz geformt, vertreiben die Maiskolben hungrige Geister.

Torggl, die
(Kurt Lanthaler)
Um dieses Wort kommt der Besucher, selbst wenn er auf Durchreise durchs Land sich nur für Sekunden aus dem Zugfenster lehnt oder nahe der Autobahnraststätte Laimburg (Land- und Forstwirtschaftliches Versuchszentrum) am Kühler räkelt, kaum herum. Die Torggl ist eine Kelter und also entstammt erstere (von mittellateinisch torcula, lateinisch torcular, torculum für Presse, abgeleitet von torquere = drehen) wie zweitere (von lateinisch calcare = mit den Füßen treten, siehe dazu auch: ➛ Moster) dem lateinischen Wortschatz und Ingenieurswissen. Weit häufiger im Vorkommen und relevanter fürs Bruttosozialprodukt als die Torggl ist das Törggelen, von dem man spätestens jetzt wissen kann, daß es nicht zwangsweise etwas mit torkeln zu tun haben muß.

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